Energiemanagementsystem – Umstellen oder neu einführen

Hintergrund

Die ISO 50001:2018 „Energiemanagementsysteme – Anforderungen mit Anleitung zur Anwendung“ wurde im August 2018 veröffentlicht. Produzierendes Gewerbe und energieintensive Unternehmen profitieren von einem zertifizierten Energiemanagementsystem (EnMS), es ist auch Voraussetzung für einen Antrag auf Vergünstigung nach §§40f EEG. Vorhandene Systeme müssen umgestellt werden. Unternehmen, die das Thema Energie bisher nicht systematisch bearbeitet haben, bietet die überarbeitete Norm einen guten Einstieg.

Was ist neu?

Neben der neuen Struktur – Gliederung in 10 Hauptkapitel  – gibt es folgende wesentliche Änderungen:

  • Das Top-Management wird stärker gefordert als bisher. Die oberste Leitung muss sicherstellen, dass die Verantwortlichkeiten und Befugnisse innerhalb eines Energiemanagement-Teams zugewiesen und innerhalb der Organisation bekannt gemacht werden. Obwohl ein Energiemanagement-Beauftragter nicht mehr explizit gefordert wird, sollte für den reibungslosen Ablauf ein Projektleiter ernannt werden. Er muss über die erforderlichen Ressourcen  wie Zeit, Hilfskräfte, EDV und Geld  etc. verfügen.
  • Der Kontext der Organisation, d.h. relevante interne und externe Themen sowie interessierte Parteien (z.B. Energieversorger, Berater, Prüfer, Vermieter, Beschäftigte) muss ermittelt und die Inhalte des EnMS definiert werden. Relevant ist, was die energiebezogene Leistung (ebL) und das EnMS beeinflusst.
  • Chancen und Risiken, die sich u.a. aus der Analyse des Kontextes ergeben, müssen systematisch betrachtet werden. V.a. rechtliche und andere relevante Verpflichtungen sind zu berücksichtigen, z.B. Genehmigungsauflagen, Mietverträge, Branchenabkommen, energierelevante technische Regeln, Richtlinien und Normen usw. 
  • Die Verbesserung der energiebezogenen Leistung gewinnt an Bedeutung: Es müssen erforderliche Strukturen geschaffen werden, u.a. um auf der Grundlage zuverlässiger Messungen die Energieeffizienz zu erhöhen. 
  • Die Anforderungen an die sowie die Dokumentation der Energiedaten-Erfassung wurden präzisiert.
  • Begrifflichkeiten und Definitionen wurden präzisiert und harmonisiert – auch mit den anderen Normen der 50000er-Reihe. Dies soll die Anwendung erleichtern.

Was tun?

Die Übergangsphase beträgt 3 Jahre. Ab dem 21.02.2020, also 18 Monate nach Veröffentlichung der Norm, erfolgen jedoch Erst-, Überwachungs- sowie Rezertifizierungsaudits nach der neuen Norm. 

Unternehmen sollten jetzt mit der Umstellung beginnen. Wir empfehlen folgende Vorgehensweise:

  • Verantwortlichkeiten festlegen und Projektplan erstellen
  • Delta identifizieren (GAP-Analyse), z.B. im Rahmen eines moderierten Workshops
  • Vorhandene dokumentierte Information ergänzen bzw. neue erstellen
  • Internes Audit durchführen
  • Maßnahmen umsetzen (Verantwortlichkeiten, Zeitplan)

Gerne unterstützen wir Sie bei Einführung oder Umstellung eines EnMS. Und das können wir für Sie tun.

Den Fragenkatalog zur ISO 50001:2018 für interne Audits können Sie bereits jetzt vorbestellen.


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